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Strom sparen – Eine Einführung

Strom sparen heißt Geld sparen

Ihr habt bereits den Artikel zum Thema Stromanbieter Wechsel gelesen und seid zu einem günstigeren Anbieter gewechselt? Sehr gut!
In diesem Beitrag möchte ich Euch nun erklären, wie Ihr noch mehr herausholen könnt. Wie das geht, ist so nahe liegend, dass es mir fast unnötig erscheint es zu erläutern. Aber eben nur fast…

Neben dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter, ist der beste Weg Stromkosten zu sparen einfach weniger Strom zu nutzen!
Dein Ernst?? Ja, mein voller Ernst! Und nein, Ihr Sollt nicht ab sofort nur noch im Kerzenlicht lesen.

Weil dieses Thema viele Facetten hat, die ich gleichermaßen beleuchten möchte, wird dies der erste Artikel einer ganzen Reihe rund ums Strom Sparen. Aber lasst uns erst einmal einsteigen:

Ein wenig Statistik zum Einstieg

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verbrauchen Privathaushalte durchschnittlich 3.247 kWh Strom im Jahr. Zwei-Personen Haushalte liegen in der Statistik im Schnitt bei 3.343 kWh/Jahr, während größere Haushalte ab drei Personen gemittelt bei einem jährlichen Stromverbrauch von 5.239 kWh liegen.*

Zu wissen, wie hoch der durchschnittliche Stromverbrauch von Privathaushalten ist, ist zwar interessant und bietet eine gute Vergleichsbasis für Euren eigenen Stromverbrauch, es hilft Euch aber noch nicht dabei mit dem Strom Sparen anzufangen. Noch wichtiger und hilfreicher finde ich das Wissen darum, wie sich der Stromverbrauch auf die einzelnen Anwendungsbereiche im Haushalt verteilt. Welche Geräte in Eurem Haushalt benötigen welche Menge an Strom und welche sind die größten Stromfresser?

Glücklicherweise gibt es auch hierfür belastbare Quellen. In der folgenden Grafik von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanz wird der statistische Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland nach Anwendungsbereichen aufgeschlüsselt:

Strom sparen**

Wie Ihr der Grafik entnehmen könnt, fallen mit über 50% des Gesamtstromverbrauchs die größten Stromverbräuche im Haushalt bei Geräten wie Herd, Trockner sowie Kühl- und Gefriergeräten an. Danach kommen bereits mit einem Anteil von 17% Informations- und Kommunikationsmedien wie Computer und Fernseher, die Warmwasserbereitung (z.B. Durchlauferhitzer) mit 12% sowie die Beleuchtung der Wohnung mit einem Anteil von immerhin noch 8%.

Diese Zahlen weisen schon einmal die Richtung, wo Ihr in Eurem Haushalt nach Stromsparpotentialen suchen solltet. Wollt Ihr es genauer wissen, könnt Ihr diese Zahlen für Euren eigenen Haushalt ermitteln und beispielsweise mit einer günstigen Messsteckdose, die den Verbrauch einzelner Elektrogeräte direkt misst, die Stromfresser Eures Haushalts identifizieren. Eine solche Steckdose findet Ihr unter anderem bei Amazon. Habt Ihr den Stromverbrauch Eurer Geräte erfasst, könnt Ihr diesen auf das Jahr hochrechnen und in Geld übersetzen. Am einfachsten geht das mit diesem Stromverbrauchsrechner.

Besser sein als der Durchschnitt – so gehts!

Wenn Ihr den Artikel Sparen bei Strom & Gastarifen gelesen habt, wisst Ihr, dass mein jährlicher Stromverbrauch in meinem zwei Personen Haushalt mit rund 2.400 kWh/Jahr deutlich geringer ausfällt, als die oben genannten 3.343 kWh/Jahr.
Dieser geringe Verbrauch ist kein Zufall, sondern Ergebnis meiner Bemühungen darum, durch Sparsamkeit im Stromverbrauch meine Stromkosten dauerhaft zu senken.

Damit auch Ihr die statistischen Durchschnittswerte unterbieten könnt, müsst Ihr dafür einfach nur das gleiche Prinzip anwenden, das Ihr auch in allen anderen Bereichen walten lassen solltet: Sparsamkeit. Da Ihr eben nicht künftig nur noch im Dunkel sitzen sollt, führt der beste Weg nachhaltig weniger Strom zu nutzen und damit Geld zu sparen über eine Änderung Eures Konsumverhaltens. Insbesondere bei großen Stromverbrauchern (siehe Abbildung) solltet Ihr daher als grundsätzliches Kaufkriterium künftig der Energieeffizienz des Gerätes eine größere Bedeutung beimessen.


Exkurs: Energieeffizienzklassen

Bereits seit etlichen Jahren sind Hersteller von Elektrogroßgeräten verpflichtet Energielabel als zusätzliche Information für die Kaufentscheidung auf Ihren Geräten anzubringen. Die einheitliche Darstellung des Energieverbrauchs soll zu mehr Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit von Produkten innerhalb einer Produktgruppe führen. Das EU-Energielabel gibt Auskunft über den Energiebedarf bei der Nutzung von Elektrogeräten. Auf dem Energielabel sind Geräte in sogenannte Energieeffizienzklassen eingeordnet. Zusätzlich findet Ihr auf dem Energielabel den absoluten Energieverbrauch des Gerätes pro Jahr sowie die wesentlichen Produkteigenschaften (siehe Beispiel).
Da seit Einführung der Energieeffizienzklassen der Verbrauch der meisten Elektrogeräte enorm gesenkt wurde, sind mit der Neudefinition der zugrunde liegenden EU-Richtlinie Ende 2011 zu den bisherigen Klassen (A bis G) die Klassen A+, A++ und A+++ hinzugekommen und die unteren Klassen weggefallen.

Strom sparen - Energieeffizienz***

Warum verbraucht also der durchschnittliche Haushalt soviel Strom?

Nach all der Theorie drängt sich diese Frage förmlich auf. Die Antwort darauf ist denkbar einfach: in den meisten Haushalten sind ältere Elektrogroßgeräte (Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Herd) im Einsatz, die gegenüber heutigen Geräten einen wesentlich höheren Stromverbrauch aufweisen. Solche Geräte werden in der Regel erst ausgetauscht, wenn ihre Funktion stark eingeschränkt ist oder sie gänzlich defekt sind. Warum also beispielsweise den Kühlschrank austauschen, wenn dieser noch einwandfrei läuft?
Weil in vielen Fällen die mit dem Austausch einhergehende Stromersparnis von nur drei Jahren den neuen Kühlschrank bezahlt!

Natürlich gibt es aber noch weitere Gründe für diesen hohen Verbrauch. Oben habe ich bereits angekündigt, dass das Thema Strom Sparen viele Aspekte hat, die es wert sind gesondert betrachtet zu werden. Dieser Artikel sollte Euch daher zunächst einen generellen Überblick geben. Ich hoffe den konntet Ihr gewinnen.
In weiteren Artikeln zu diesem Thema, werde ich die einzelnen Anwendungsbereiche für Strom im Haushalt genauer unter die Lupe nehmen und Euch Hilfestellung geben, wie Ihr Euren Stromverbrauch reduzieren könnt.


*Der durchschnittliche Stromverbrauch privater Haushalte und dessen Entwicklung über die Jahre wird im Rahmen der sogenannten Umweltökonomischen Gesamtrechnung vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Weitere Informationen unter:
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Umwelt/UmweltoekonomischeGesamtrechnungen/MaterialEnergiefluesse/Tabellen/StromverbrauchHaushalte.html

** Grafik von der AG Energiebilanz unter
https://www.bdew.de/media/documents/BDEW-Pressegrafik_Stromverbrauch-Anwendungsarten.jpg

*** https://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2012/09/2012-09-11-stromsparcheck-fuer-alle-kommt.html?nn=437032#doc588120bodyText6


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