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Macht Eure Steuererklärung!

Macht Eure Steuererklärung!

Dieser Appell ist so wichtig, dass ich ihn noch einmal wiederhole, obwohl er bereits im Titel dieses Beitrags und in der vorangegangenen Überschrift steckt:

>> Macht Eure Steuererklärung!

Ganz gleich wie viele Tipps und Tricks zum Geld sparen, verdienen und anlegen Ihr von meiner oder anderen Websites befolgt, so viel Geld wie Ihr durch die Abgabe einer vernünftigen Steuerklärung zurück erhalten könnt, gibt es sonst nirgends. Macht Ihr Eure Steuererklärung nicht, verschenkt Ihr bares Geld: Einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes zufolge beträgt die durchschnittliche Steuererstattung an Privathaushalte 935 Euro*!

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Verpflichtet zur Abgabe einer Steuererklärung seid Ihr unter folgenden Bedingungen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Wenn Ihr als Arbeitnehmer mehr als einen Job besitzt
  • Wenn Ihr noch zusätzliche Einnahmen habt (Miete oder ähnliches)
  • Wenn Ihr Lohnersatzleistungen bezieht
  • Wenn Ihr mit Eurem Ehepartner zusammen veranlagt werdet
  • Wenn das Finanzamt Euch auffordert, eine Einkommensteuererklärung abzugeben



Nicht dazu verpflichtet – warum dann die Mühe?

Auch wenn keine der genannten Voraussetzungen auf Euch zutreffen, macht es Sinn eine Steuererklärung abzugeben. Denn Ausgaben für den Beruf, Weiterbildung oder die Altersvorsorge bringen große steuerliche Vorteile – somit gilt: in den meisten Fällen lohnt sich die Mühe!

Zur Abgeltung von Werbungskosten (Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen) aus nicht selbstständiger Arbeit beispielsweise, gewährt das Finanzamt zwar automatisch einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von derzeit 1.000,00 €, wenn Eure tatsächlichen Ausgaben aber höher als dieser Pauschbetrag sind, senken diese Euer zu versteuerndes Einkommen.

Ein konkretes Beispiel:

Wenn Ihr an 230 Tagen im Jahr 15 km zur Arbeit pendelt und diese Kosten mit der Entfernungspauschale (15 km x 230 Tage x 0,30 €) in den Werbungskosten ansetzt, übersteigen Eure Werbungskosten bereits den oben genannten Pauschbetrag.

Weitere Ausgaben, die Ihr haben könntet und die Ihr folglich zum Ansatz bringen könntet sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Ausgaben für ein Arbeitszimmer
  • Arbeitskleidung
  • Kosten für Weiterbildungen
  • Bewerbungskosten
  • Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung
  • Telekommunikationskosten (Telefon, Internet wenn anteilig beruflich genutzt)
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmittel
  • Kontoführungsgebühren (pauschal)

 

Darüber hinaus solltet Ihr prüfen, ob Ihr weitere Kosten (Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen) habt, die Ihr zum Ansatz bringen könnt. Hierzu gehören Vorsorgeaufwendungen, wie beispielsweise eine Renten- oder Lebensversicherungen, Sonderausgaben wie Spenden und Mitgliedschaftsbeiträge und außergewöhnliche Belastungen etwa durch hohe Krankheitskosten. Auch Kosten für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse (z.B. Kosten für den Hausmeister in Wohnanlagen) könnt Ihr bei der Steuererklärung ansetzen. All diese Ausgaben können Eure Steuerlast senken.

Welche Fristen sind zu beachten?

Die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung hängen davon ab, ob Ihr diese allein oder mit Hilfe eines Steuerberaters anfertigt. Habt Ihr Euch die Unterstützung eines Steuerberaters gesichert, verlängert sich die Frist zur Abgabe der Steuererklärung erheblich.

Ohne Steuerberater

  • Steuererklärung für 2017: 31. Mai 2018
  • Steuererklärung für 2018: 31. Juli 2019

 

Mit Steuerberater

  • Steuererklärung für 2017: 31. Dezember 2018
  • Steuererklärung für 2018: 28. Februar 2020

 

Solltet Ihr zu der Gruppe derjenigen gehören, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist:
Steuererklärungen könnt Ihr bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben. In diesem Fall profitiert Ihr sogar zusätzlich, da die Steuererstattung der vergangenen Jahre vom Finanzamt überdurchschnittlich gut verzinst wird. Ab dem 16. Monat nach Ende eines Steuerjahres wird die Steuererstattung zu einem Zinssatz von 0,5% pro Monat verzinst; das gilt auch, wenn Ihr Eure freiwillige Steuererklärung erst bis zu vier Jahre nach Abschluss des Steuerjahres  abgebt.

Keine Erfahrung mit Steuererklärungen?

Zugegeben, ohne Hilfe eine Steuererklärung anzufertigen ist nicht unbedingt einfach (abgesehen davon, dass es kein sonderlich großes Vergnügen bereitet). Wenn Euch aber die professionelle Unterstützung durch einen Steuerberater zu teuer ist, gibt es Alternativen:

So gibt es beispielsweise Lohnsteuerhilfe Vereine, die Euch gegen eine jährliche Mitgliedschaftsgebühr bei der Steuererklärung unterstützen. Außerdem gibt es eine Reihe an Software-Lösungen wie SteuerSparErklärung, die Ihr nutzen könnt. Letztere nutze ich dieses Jahr erstmalig für meine eigene Steuererklärung.

Die Gute Nachricht: Egal ob Ihr Euch für die Unterstützung durch einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder die Anfertigung in Eigenregie mit Hilfe einer Steuererklärungs-Software entscheidet, diese Kosten könnt Ihr ebenfalls bei der Steuererklärung steuermindernd ansetzen.

Steuererklärung mit Software Unterstützung

Wie bereits oben erwähnt, fertige ich in diesem Jahr zum ersten Mal meine Steuererklärung mit Software Unterstützung an. Für das Programm SteuerSparErklärung habe ich mich entschieden, weil das Programm in einer Art Dialog durch die Steuererklärung führt und dabei im Frage-Antwort Stil alle steuerlich relevanten Themenbereiche abgearbeitet werden. Darüber hinaus bietet die SteuerSparErklärung die Möglichkeit Belege automatisch vom Finanzamt abzurufen und unterstützt die papierlose Abgabe der Steuererklärung mit dem Elster Verfahren.

Über meine Erfahrungen mit SteuerSparErklärung werde ich noch einmal gesondert berichten, sobald ich mit der Steuererklärung für das vergangene Jahr fertig bin.

*Quelle: Statistisches Bundesamt Auswertung zum Steuerjahr 2013


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