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Kostenloses Girokonto? Gibt es das noch?

Gebühren fürs Girokonto? Nein Danke!

Seit Jahren sind die Zinsen für Geldanlagen im Keller. Weil auch die Banken beim aktuell niedrigen Leitzins weniger verdienen, versuchen insbesondere die etablierten Filialbanken Einnahmequellen aus grauer Vorzeit erneut anzuzapfen: Die Girokonto-Kunden.

Daran Gebühren für ein einfaches Girokonto zu zahlen, kann ich persönlich mich schon nicht mehr erinnern. Kennt Ihr diese Zeiten noch?
Meine Generation ist groß geworden mit einem kostenlosen Girokonto, erst eines für junge Leute, danach kam das erste Gehaltskonto, welches bei regelmäßigem Geldeingang kostenlos war. Und mit der Zeit ist das kostenlose Girokonto zum Standard geworden. Von diesem Standard sollen wir nun wieder entwöhnt werden und mit unseren Hausbanken den Rückschritt in die Zeit der gebührenpflichtigen Girokonten-Modelle mitmachen? Dazu bin ich nicht bereit und ich denke Ihr solltet es auch nicht sein!

Meine persönliche Girokonto Geschichte

Ich selbst war viele Jahre lang treuer Kunde der Hannoverschen Volksbank, einer regionalen Genossenschaftsbank. Meine Bank gefiel mir damals sehr gut, sie hatte gute Angebote (Tagesgeldkonto mit attraktiver Vergütung, kostenfreies Girokonto etc.) und ich war sogar Genossenschaftsmitglied und hatte die maximal möglichen Genossenschaftsanteile erworben. Für meine Bank war ich in dieser Zeit ein pflegeleichter Kunde, der kaum Serviceleistungen in Anspruch nahm und alle Bankgeschäfte online erledigte.

Mitte 2016 kam dann der Brief, der alles veränderte. Für mein Girokonto sollte ich künftig monatlich 2,50€ plus jährlich 12€ für meine BankCard bezahlen; insgesamt 42€ pro Jahr!
Ihr habt aus meinen Artikeln inzwischen vielleicht einen Eindruck von mir bekommen und könnt Euch vorstellen wie ich dieses Schreiben aufgenommen habe: Natürlich habe ich diese Änderung nicht einfach hingenommen und kontaktierte umgehend meine „Bankberaterin“*. Freundlich aber sehr sachlich erklärte ich Ihr, dass ich nicht bereit sei künftig für das Girokonto zu zahlen und verwies auf unsere bereits über zehn Jahre andauernde Kundenbeziehung, meinen geringen Betreuungsbedarf als Kunde und die Vielfalt der Bankprodukte in die ich mein Geld bei meiner Bank investiert hatte. Die „Bankberaterin“ reagierte hierauf sehr feindselig, begründete die Kontoführungsgebühren mit der exzellenten Beratungsqualität und dem herausragenden Service in den vielen Filialen und verwies außerdem darauf, dass alle Banken auf kostenpflichtige Girokonto-Modelle umschwenken. In vor Spott triefender Tonlage wünschte sie mir zum Abschluss unseres Telefonates viel Glück dabei noch ein kostenloses Girokonto zu finden…



Challenge accepted!

Die Bankberaterin hatte es geschafft innerhalb eines 5 minütigen Telefonates eine erfolgreiche, langjährige Kundenbeziehung auszuradieren und die Hannoversche Volksbank hatte mich unwiederbringlich als Kunden verloren. Die Kündigungsschreiben für sämtliche Verträge gingen noch am gleichen Tag per Post an die Bank.

(Natürlich habe ich auch noch am selben Tag ein kostenloses Girokonto gefunden, das genau meinen Anforderungen entsprach.)

Das kostenlose Girokonto gibt es noch!

Neben der Erkenntnis, dass es das kostenlose Girokonto doch noch gibt, habe ich aus dieser Geschichte eine ganze Menge gelernt. Die praktischste Lektion wird hoffentlich auch für Euch hilfreich sein. Diese lautet: Keine Scheu vor dem Girokonten Wechsel!

Euer Girokonto bildet das Herzstück Eurer Teilhabe am Wirtschaftsleben: Miete und Nebenkosten, Mobilfunk- und Festnetzvertrag, Fitness Center, Online Shopping, die Kreditkartenrechnung und viele viele weitere Kosten laufen hier mit Euren Einnahmen zusammen. Es ist daher verständlich, dass Ihr diese zentrale Komponente nur zögerlich austauscht. Damit nach einem Girokonten Wechsel keine Lastschrift ins Leere läuft ist es daher wichtig alle Gut- und Lastschriftpartner ordentlich über die Änderung Eurer Bankverbindung zu informieren.

Wenn Ihr in meinem Magazin bereits die Artikel Financial Fitness Level – Wo steht Ihr? und Persönliche Finanzplanung in Excel gelesen und die Tipps umgesetzt habt, ist der Wechsel Eures Girokontos für Euch keine große Herausforderung, denn Ihr kennt Eure Verbindlichkeiten und wisst wann wer wie viel Kohle von Euch haben will.

Solltet Ihr Eure Finanzen nicht so sauber strukturiert haben wie fortgeschrittene Finanzsportler, müsst Ihr aber auch keine Angst vor fehlerhaft eingerichteten Buchungen, Daueraufträgen und vergessenen Lastschriftmandaten haben: Seit September 2016 muss Eure alte Hausbank beim Umzug Eures Girokontos zu Eurer neuen Bank sogar mithelfen!

Jetzt seid Ihr dran: Verabschiedet Euch von Kontoführungsgebühren!

Auch für Euch ist es nun Zeit endlich zu mündigen Konsumenten zu werden und Kontoführungsgebühren den Kampf anzusagen. Denn es gibt sie noch, die kostenlosen Girokonten; Ihr müsst sie nur suchen.
Um Euch diesen Schritt ein wenig leichter zu machen, habe ich Euch nachfolgend den Girokonto Vergleich von finanzen.de eingebunden:

*Erklärung für die Anführungsstriche vielleicht mal in einem späteren Artikel.


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