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Financial Fitness Level – Wo steht Ihr?

Wie steht es um Eure Financial Fitness?

Wenn Ihr auf meiner Website gestöbert habt, habt Ihr hoffentlich mit der Einleitung zum Thema Financial Fitness begonnen. Darin habe ich geschrieben, dass Ihr im ersten Schritt Eures Financial Fitness Programms zunächst Euren aktuellen Fitness Level ermittelt solltet. Falls Ihr Euch zum ersten Mal mit Euren Finanzen beschäftigt, habt Ihr dabei möglicherweise ein paar Startschwierigkeiten. Dieser Artikel soll Euch helfen, diese zu überwinden. Im Folgenden, gebe ich Euch hierfür ein wenig inhaltliche Hilfestellung zum Erfassen Eurer Finanzen.

Wenn Ihr bereits wisst, was Ihr aufnehmen müsst, aber noch Schwierigkeiten habt, die Informationen sinnvoll anzuordnen, ist vielleicht dieser Artikel, in dem ich eine Excel Übersicht für einen Beispielhaushalt vorstelle, hilfreicher.



Eure Ausgaben

Um Eure Ausgaben strukturiert erfassen zu können, solltet Ihr sinnvolle Kategorien definieren. Die folgenden Kategorien bieten sich an: Lebenshaltungskosten, Wohnen, Sparen, Versicherungen. Ihr könnt aber auch andere Kategorien wählen und eine genauere Unterteilung vornehmen.
Erfasst nun all Eure Ausgaben inklusive Fälligkeit und ordnet diese den definierten Kategorien zu. Bei Beträgen, die Ihr jährlich oder quartalsweise zahlt (beispielsweise Versicherungen oder die allseits beliebte GEZ Gebühr), rechnet den anteiligen Betrag für einen Monat aus.
Ebenfalls zu den Ausgaben zähle ich Sparraten, die ich monatlich auf Sparbuch, Tagesgeldkonto oder ähnliches überweise. Das hat einen einfachen Grund: Sparen bedeutet, auf Konsum zu verzichten. Das ist in etwa wie der Verzicht auf Schokolade während einer Diät und fällt damit wohl ähnlich schwer. Leichter fällt es, wenn Ihr Sparen nicht als Verzicht betrachtet, sondern als eine geplante Ausgabe, die Ihr, wie alle anderen Ausgaben, einem Gläubiger schuldet (in diesem Fall ist der Gläubiger Eurer zukünftiges Selbst).

Eure Einnahmen

Habt Ihr alle Ausgaben aufgenommen, wird es Zeit, die andere Seite der Gleichung zu betrachten: Eure Einnahmen. Einnahmen sollten ebenso wie die Ausgaben in Kategorien sortiert werden. Die folgenden Kategorien wären hierfür denkbar: Gehalt, Arbeitslosengeld, Mieteinnahmen, Zinsen.
Der Übersichtlichkeit halber solltet Ihr hier neben der Höhe der Einnahmen auch den Zeitpunkt der Einnahmen mit erfassen. So erkennt Ihr, ob Ihr zwischen Einnahmen und Ausgaben Zeiträume habt, die Ihr mit Guthaben auf Eurem Girokonto überbrücken müsst.

Als kleine Hilfestellung findet Ihr hier einen Brutto-Netto Rechner um von Eurem Bruttogehalt den Nettolohn zu ermitteln.

Euer Vermögen / Eure Schulden

Mit Euren Einnahmen und Ausgaben habt Ihr die wichtigsten Bestandteile für Euren Finanzstatus schon beisammen. Zuletzt kommt nun eine Bestandsaufnahme Eures Vermögens. Sofern Ihr Sparguthaben auf Tagesgeldkonto, Sparbüchern oder Ähnlichem habt, erfasst Ihr diese analog Eurer Einnahmen und Ausgaben. Es empfiehlt sich, auch für Euer Vermögen Kategorien zu definieren; hier macht es Sinn, die Art des Kontos und das Kreditinstitut zu verwenden. So gewinnt Ihr auch einen Überblick, in welcher Anlageform und bei welcher Bank Eure Gelder liegen. Beim Niederschreiben solltet Ihr – wie oben bei den Ausgaben beschrieben – auch erfassen, ob, in welcher Höhe und wann Ihr die Geldanlagen bespart. Habt Ihr Verbindlichkeiten, wie etwa laufende Kredite, solltet Ihr diese an dieser Stelle ebenfalls aufführen (als negativen Betrag).

Auswertungen und Szenarien

Habt Ihr alle Informationen zusammen, könnt Ihr beginnen, mit diesen zu arbeiten. Zuallererst sollte Euch interessieren, ob Ihr über Eure Verhältnisse lebt. Passt die Summe Eurer Einnahmen zu der Summe Eurer Ausgaben? Weitere Fragen, die Euch in Bezug auf Euren Finanzstatus beschäftigen könnten, habe ich exemplarisch einmal aufgelistet:

  • Wie hoch sind Eure Ausgaben in der jeweiligen Ausgaben-Kategorie?
  • Wofür gebt Ihr am meisten Geld aus?
  • Gibt es Ausgaben, die besonders hervorstechen?
  • Habt Ihr Spielräume, um weitere finanzielle Polster anzulegen?
  • Plant Ihr in nächster Zeit größere Anschaffungen?
  • Wie weit reichen Eure Ersparnisse?
  • Wie sähe Euer Finanzstatus nach der nächsten Gehaltserhöhung aus?


Wie fit seid Ihr?

Die erste Stufe auf dem Weg zu finanzieller Freiheit mit dem Financial Fitness Programm, ist das Wissen um die eigene finanzielle Lage. Diese habt Ihr nach Abschluss dieser Übung bereits erreicht. Fangt nun an Euch die oben genannten Fragen zu stellen und Eure Finanzen sorgfältig zu analysieren und nach Potentialen zur Verbesserung zu suchen.